Die Blockchain (DAO`s) als Arbeitgeber der Zukunft

Spricht man Heute von der Arbeitswelt 4.0 geht es vor allem um die Flexibilität und Vereinbarkeit von Arbeitszeit und -ort in Zeiten zunehmend atypischer Erwerbsverhältnisse. Die Rede ist von Industrie 4.0 und Dienstleistungen on demand, neue Formen der Arbeitserledigung die nun mit den gewohnten Regularien eines Sozialstaats in Einklang gebracht werden müssen.

Ja-aber was, wenn sich nun nicht nur die Arbeitsformen ändern, sondern auch die Art der Arbeitgeber selbst?

Was, wenn Organisationen in Zukunft keine eindeutige Struktur mehr aufweisen, es keine Zentrale und keine Außenstellen mehr gibt an denen Regulierungen durchgesetzt werden können?

Wenn es keinen Chef oder Führungsstab mehr gibt den man zur Rechenschaft ziehen kann?

Man stelle sich globale Konzerne vor die kein Land ihre Heimat nennen, keine Steuern zahlen und völlig dezentral organisiert werden. (zugegeben, die beiden ersten Faktoren treffen heute teilweise zu)

Organisationen die man nicht mehr Zerschlagen kann, weil die vitalen Grundfunktionen virtualisiert sind, sie autonom agieren und reale Akteure in wenigen Augenblicken ersetzt werden können.

Wird es sozialdemokratische Organisationen geben, in denen auch Kleinaktionäre und Otto Normalverbraucher effektiv mitgestalten können und Arbeitnehmer mehr wertvolles Kapital als nur ein Kostenstelle darstellen?

Oder werden die virtuellen Organisationen völlig unreguliert und profitgetrieben die post-industrielle Gesellschaft wie Diktatoren beherrschen?

Sich das vorzustellen dürfte ersteinmal schwer fallen und meine Formulierungen sind vielleicht etwas drastisch, doch ... 

Es hat bereits im Jahr 2007 begonnen, als (zunächst nur auf dem Papier) eine dezentral und autonom verwaltete Währung entworfen wurde.

Klar, die Rede ist vom Bitcoin der bis dato als Währung stark umstritten ist und dessen Zukunft niemand wirklich voraussagen kann. Was jedoch feststeht ist dass er so oder so überdauern wird, denn selbst wenn er nicht die digitale Weltwährung der Zukunft werden sollte, so wird es ihn trotzdem noch in Hunderten Jahren geben, wenn vielleicht auch nur in Technik-Museen und im Besitz von Sammlern. Auf jeden Fall wirkt die dem Bitcoin zugrunde liegende Blockchain-Technologie wegweisend.

Quelle: https://bitshares.org/media/2015_bitshares_infographic_en.pdf
Quelle: https://bitshares.org/media/2015_bitshares_infographic_en.pdf

Und eben diese autonome Blockchain-Technologie gepaart mit intelligenten, automatisierten Mechanismen ist die Basis zukünftiger Organisationen. Und damit der vielleicht grössten gesellschaftlichen Veränderung der wir (neben dem klimatischen Wandel) im 21 Jahrhundert noch gegenüberstehen werden. Drama, Baby, Drama!

Das es endlich faire Wahlen geben wird und nicht nur die Finanzwelt komplett auf den Kopf gestellt werden wird, wurde schon ausführlich an anderer Stelle veröffentlicht, aber noch nicht welche Auswirkungen die Blockchain-Technologie auf die Arbeitswelt haben könnte.

Heute werfe ich daher mal einen kleinen Blick auf die aktuelle Arbeitssituation einer Blockchain betriebenen, dezentralen und autonomen Organisation (DAO) namens BitShares (oft auch als DAC - Distributed Autonomous Company bezeichnet)

BitShares verfügt über ein bisher einmaliges, integriertes Organisationsmodell (DPOS), um sich selbst zu Regulieren, zu Versorgen und nach außen hin Anreize zur Teilnahme zu bieten und damit Wachstum zu generieren. Die Organisation wird aktuell weitgehend pseudonym betrieben, was typisch für weitgehend unregulierte Aktivitäten im Internet ist. Ähnlich wie beim Bitcoin ist auch BitShares durch seine Token eine Art digitale Währung, aber das Spektrum der Möglichkeiten in BitShares ist um Welten größer, so dass der Fokus auf eine simple Ersatzwährung dem System nicht ansatzweise gerecht würde.

Aber zurück zur Arbeitssituation in BitShares.

Leistungserbringer in BitShares werden gewählt und zwar von allen Anteilseignern (Token-Besitzern) der Organisation. Wer etwas beitragen möchte überzeugt einen sogenannten Committee-Member dass er für ihn eine Bewerbung (Worker Proposal) erstellt, in dem er seine Tätigkeit beschreibt und einen Projektzeitraum definiert, sowie den gewünschten Lohn in Form von BTS Token festlegt.

 

Wird die Bewerbung nun mehrheitlich von den Mitgliedern des Komitees akzeptiert und damit freigegeben, können auch alle Anteilseigner (vgl. Aktionäre) über die Bewerbung abstimmen. Wird die Bewerbung angenommen erhält der Leistungserbringer automatisch täglich den festgelegten Lohn, bis der Projektzeitraum abläuft oder die Tokenbesitzer sein Projekt vorzeitig beenden in dem sie ihn abwählen.

Ein Bewerber kann sich mehrfach und auch parallel bewerben und angestellt sein.

 

Vergütet werden die Leistungserbringer über einen sogenannten Reservefonds, der großzügig dimensioniert ist und zusätzlich fortlaufend durch einen Teil der Transaktionsgebühren gespeist wird, um so die Weiterentwicklung der Organisation zu sichern.

 

Die Auszahlung pro Tag ist dabei limitiert, so dass nicht unendlich viele Projekte parallel finanziert werden können und die Tokenbesitzer ein starkes Interesse haben gut abzuwägen welches Projekt es sich lohnt zu finanzieren. Zumal die Auszahlung aus dem Reservefonds kurz- und mittelfristig inflationär auf die Tokenanteile wirken kann, langfristig aber in Deflation übergeht.

Token-Besitzer können über Bewerbungen abstimmen
Token-Besitzer können über Bewerbungen abstimmen

Dass das System funktioniert zeigen an dieser Stelle ein paar aktuelle Projekte. 

Zum Einen ist da ein Deutscher Entwickler mit dem Pseudonym Xeroc, der für seine Dokumentations- und Entwicklungsarbeit umgerechnet etwa $3.000 pro Monat erhält. Dafür arbeitet er mindestens 20 Stunden die Woche, vom 01.01.2016 bis zum 29.2.2015.

Dann ist da noch SVK, ein Entwickler der seit Dezember 2015 umgerechnet etwa $2000 pro Monat dafür erhält, dass er in Teilzeit primär an der grafischen Benutzeroberfläche der DEX arbeitet.

Weitere Projekte werden auch von Cryptonomex (den Hauptentwicklern) übernommen und es kommen stetig neue Dienstleister wie z.b. der Designer cass hinzu.

Insgesamt werden aktuell etwa $5.000 von möglichen $30.000 pro Monat an Dienstleister automatisch ausgezahlt. Bei dem aktuellen Marktwert von $6.500.000.000 Bitcoin wären das sogar fast 30 Millionen USD pro Monat die BitShares zur Verfügung "hätte" um seine Angestellten zu bezahlen. Ein klarer Vorteil der BitShares Organisation meiner Meinung nach.

Wer gerne für BitShares arbeiten möchte oder einfach neugierig ist wendet sich am besten an die internationale Community. #paidbyprotocol

Die aktuelle Initiative Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt das die Politik um den generellen Wandel weiß, greift hier meines Erachtens nach aber noch viel zu kurz und hat bisher keine Notiz davon genommen dass sich auch die Arbeitgeberseite drastisch wandeln wird.

Ich bin gespannt wann die Politik darauf aufmerksam wird und wie bzw. ob sie überhaupt das Arbeits- und Steuerrecht auf DAOs anwenden kann und wird.

rhetorische Frage des Tages: "Kann ein DAO festangestellte Mitarbeiter und einen Betriebsrat haben?"

Zu Beginn beschriebenes Szenario halte ich übrigens für unsere Zukunft nicht für unwahrscheinlich und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis dezentrale autonome Organisationen so groß werden, dass sehr viele Arbeitsplätze davon direkt damit verbunden sind.

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Sämtliche BitShares Projekte sind sowohl softwareseitig als auch markttechnisch als Experimente zu sehen, die sich in den kommenden Jahren erst noch bewähren müssen. Sie werden unabhängig durch Dritte entwickelt und die Betreiber und Autoren von BTSwolf.com sind nicht verantwortlich für die Inhalte und Funktionen von BitShares Software und Projekten.

Alle Beiträge wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und verfasst, Ungenauigkeiten und Fehler können aber nicht ausgeschlossen werden.

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